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Geschrieben von Richard Perry
Richard Perry ist ein anerkannter Experte für technische Analyse und Marktstrategie mit erheblicher Erfahrung in Währungs- und Aktienmärkten. Er hat sein eigenes Unternehmen namens Perry Market Analysis gegründet, das Beratungsanalysen für wichtige Märkte bietet, einschließlich Forschung über Webinare, Videos und schriftliche Analysen.
, | Übersetzt von Marcus Jungnickel
Marcus Jungnickel ist als Übersetzer und Redakteur auf die Fachgebiete Finanzen und Wirtschaft spezialisiert. Er betreut die deutsche Version von BestBrokers.com.
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Der Online-Handel mit Contracts for Difference (CFDs) hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich an Bedeutung gewonnen. CFDs gelten häufig als Alternative zum klassischen Handel an Finanzmärkten, da sie Tradern mehrere Vorteile bieten, etwa den Einsatz von Hebel. Allerdings erhöht dieser sowohl potenzielle Gewinne als auch mögliche Verluste, weshalb beim CFD-Handel ein vorsichtiger Umgang beim Trading und ein solides Risikomanagement erforderlich sind. Trotz der Risiken, die mit CFDs verbunden sind und die wir in diesem Leitfaden betrachten werden, können Trader mit diesen komplexen Instrumenten Gewinne erzielen.

In diesem Leitfaden erklären wir, was CFDs sind und wie sie funktionieren. Außerdem gehen wir auf Kosten, Vorteile und Nachteile ein. Zusätzlich betrachten wir die Konzepte von Margin und dem Handel mit Hebel genauer. Abschließend stellen wir eine einfache CFD-Trading-Strategie vor, die auf technischen Analysen basiert.

Was ist ein Contract for Difference (CFD) und wie funktioniert er?

Ein Contract for Difference (CFD) ist eine Vereinbarung zwischen einem CFD-Broker und einem CFD-Trader (Nutzer), bei der die Differenz im Wert eines bestimmten handelbaren Instruments (Rohstoffe, Aktien, Indizes, Kryptowährung usw.) zwischen dem Zeitpunkt der Eröffnung und der Schließung der Position ausgetauscht wird. Der Wert eines CFDs steht dabei nicht direkt mit dem Wert des zugrunde liegenden Vermögenswerts in Verbindung. Entscheidend ist ausschließlich die Preisveränderung zwischen dem Einstiegspunkt und dem Ausstiegspunkt einer Position.

Mit CFDs kannst du von Kursbewegungen profitieren, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert tatsächlich besitzen zu müssen. Es findet zudem keine Lieferung physischer Wertpapiere oder Güter statt. Anstatt beispielsweise physische Barrel Rohöl zu kaufen und zu verkaufen, kannst du einfach auf die Richtung der Preisentwicklung spekulieren.

CFD-Handel

CFD-Trades bestehen im Wesentlichen aus zwei Transaktionen: Mit dem ersten Trade eröffnest du eine Position, die du später durch einen entgegengesetzten Trade mit dem CFD-Broker zu einem anderen Preis wieder schließt. Wenn der erste Trade eine Long-Position (Kauf) ist, wird der zweite Trade (das Schließen der Position) eine Short-Position (Verkauf) sein. Und wenn der erste Trade eine Short-Position ist, wird der abschließende Trade eine Long-Position sein. Dein Nettoergebnis (Gewinn/Verlust) ergibt sich aus der Preisdifferenz zwischen dem ersten Trade und dem abschließenden Trade.

CFDs können grundsätzlich genutzt werden, um darauf zu spekulieren, ob sich der Preis eines bestimmten handelbaren Instruments nach oben oder nach unten bewegen wird. Wenn du davon überzeugt bist, dass der Preis des zugrunde liegenden Vermögenswerts steigen wird, kannst du eine CFD-Kauforder platzieren. Entwickelt sich der Markt wie erwartet, kannst du anschließend eine Verkaufsorder setzen. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis wird miteinander verrechnet. Der daraus resultierende Nettobetrag – also Gewinn oder Verlust aus den Trades – wird über dein Trading-Konto beim CFD-Broker abgerechnet. Wenn du hingegen davon ausgehst, dass der Preis des zugrunde liegenden Vermögenswerts fallen wird, kannst du eine CFD-Verkaufsposition eröffnen.

Welche Kosten entstehen beim CFD-Handel?

Beim Handel mit CFDs können folgende Kosten anfallen:

Art der KostenErklärung
SpreadDer Spread ist der Kostenanteil, der im Preis des gehandelten Instruments enthalten ist. Er bezeichnet die Differenz zwischen dem Geldkurs (Bid) und dem Briefkurs (Ask). Aufgrund des intensiven Wettbewerbs in der Branche bieten Broker inzwischen häufig sehr enge Spreads beim CFD-Handel an.
KommissionEine feste Gebühr pro Position, die häufig als Alternative zur Abrechnung über den Spread verwendet wird. Beim Handel mit Forex-Paaren auf einem Standard-Konto fallen in der Regel keine Kommissionen an. ECN-Konten berechnen jedoch eine kleine Kommission pro gehandeltem Standard-Forex-Lot (100.000 Einheiten). Viele ECN-Broker erheben außerdem Kommissionen auf Gold (XAU/USD) und Silber (XAG/USD), ähnlich wie beim Forex-Handel. Sie bieten rohe Marktspreads und fügen eine feste Gebühr hinzu, um Gewinne zu erzielen. In der Regel werden keine Kommissionen auf Index-CFDs und Krypto-CFDs erhoben. Beim Handel mit Aktien-CFDs werden Kommissionen sowohl für das Öffnen als auch für das Schließen von Positionen berechnet. Die Höhe dieser Gebühren hängt von der Börse ab, an der die jeweiligen Aktien gelistet sind.
ÜbernachtfinanzierungKosten für das Halten einer Position über Nacht. Für jeden Tag, an dem du die Position offen hältst, fällt eine Gebühr an. Die genaue Höhe hängt vom gehandelten Instrument sowie von der Richtung des Trades (Long oder Short) ab.

Sehen wir uns dazu folgendes Beispiel an. Du entscheidest dich, CFDs auf die Aktie von Barclays PLC zu kaufen, deren aktueller Kurs bei 185 £ pro Aktie liegt. Du erwartest, dass der Aktienkurs auf 210 £ pro Aktie steigt. Beim Öffnen der Position wird eine Kommission von 0,1 % berechnet, und beim Schließen des Trades fällt erneut eine Kommission von 0,1 % an. Du eröffnest eine Long-Position und musst außerdem eine Übernachtfinanzierung zahlen, die üblicherweise auf dem LIBOR-Zinssatz zuzüglich eines Aufschlags von 2,5 % basiert.

Du entscheidest dich, 110 Kontrakte zu einem Preis von 185 £ pro Aktie zu kaufen. Damit beträgt die Positionsgröße 20.350 £. Angenommen, der Aktienkurs von Barclays steigt innerhalb von 15 Tagen auf 210 £. Der anfängliche Wert deines Trades beträgt 20.350 £, während der Endwert bei 23.100 £ liegt. Dein Gewinn vor Gebühren und Kommissionen beträgt somit 23.100 £ − 20.350 £ = 2.750 £.

Da die Kommission 0,1 % beträgt, zahlst du beim Öffnen der Position 20,35 £. Nehmen wir an, die Übernachtfinanzierung beträgt 7,5 %, die du für jeden der 15 Tage zahlen musst, an denen du die Position hältst. (110 x 185 £ x 0,075 / 365 = 4,18 £). Da du die Position 15 Tage lang offen hältst, beträgt die gesamte Gebühr 15 x 4,18 £ = 62,70 £.

Wenn du die Position schließt, zahlst du erneut eine Kommission von 0,1 % auf den Endwert des Trades, also 23,10 £.

Dein Nettogewinn ergibt sich schließlich aus dem Gesamtgewinn abzüglich der Gebühren:

2.750 £ (Gewinn) − 20,35 £ (Kommission) − 62,70 £ (Finanzierungsgebühr) − 23,10 £ (Kommission) = 2.643,85 £.

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In welchen Ländern kannst du CFDs handeln?

CFDs sind in börslichen und außerbörslichen Märkten in zahlreichen großen Volkswirtschaften erlaubt, darunter Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, die Schweiz, Kanada, Singapur, Spanien, Italien, Hongkong, Australien, Neuseeland, Thailand, Schweden, Norwegen, Dänemark und die Niederlande. Allerdings gelten in wichtigen Ländern wie der EU, dem Vereinigten Königreich und Australien bestimmte Hebelbeschränkungen für CFD-Produkte, die für Trader angeboten werden (weitere Informationen findest du im Abschnitt „Hebel“ dieses Leitfadens). Zusätzlich hat die FCA im Jahr 2021 Beschränkungen für den Handel mit Krypto-CFDs für Trader im Vereinigten Königreich eingeführt, da diese Anlageklasse eine hohe Volatilität und ein besonders hohes Risiko aufweist.

Der CFD-Handel ist in den Vereinigten Staaten vollständig verboten. Einer der Gründe dafür ist, dass CFDs außerbörsliche Instrumente sind, die nicht über regulierte Börsen gehandelt werden. Zudem kann der Einsatz von Hebel zu deutlich höheren Kapitalverlusten führen, was aus Sicht der Aufsichtsbehörden ein Risiko darstellt. CFDs sind außerdem in Belgien, Hongkong und Brasilien verboten. Einwohner von Hongkong und Brasilien können jedoch CFDs über Broker im Ausland handeln.

Die Securities and Exchange Board of India (SEBI) stuft CFDs aufgrund ihrer hohen Risiken und ihres außerbörslichen Charakters als nicht autorisierte spekulative Verträge ein. Nach den Regeln der SEBI und der Reserve Bank of India (RBI) sind Derivate nur dann legal, wenn sie an einer Börse gehandelt werden. Darüber hinaus verstößt der Handel über Offshore-Plattformen direkt gegen den Foreign Exchange Management Act (FEMA).

Das Liberalized Remittance Scheme (LRS), das es indischen Staatsbürgern erlaubt, jährlich bis zu 250.000 USD für zulässige Zwecke ins Ausland zu überweisen, verbietet ausdrücklich die Nutzung dieser Mittel für Margin-Trading oder spekulative Produkte wie CFDs. Da indische Broker keine CFDs für Trader anbieten dürfen, riskieren Einwohner, die über Offshore-Plattformen handeln, rechtliche Konsequenzen wie Geldstrafen, Kontosperrungen oder Untersuchungen wegen Verstößen gegen Devisengesetze.

Welche Vorteile bietet der CFD-Handel?

Erstens ermöglichen CFDs den Einsatz höherer Hebel im Vergleich zum klassischen Trading. Der verfügbare Hebel hängt vom jeweiligen Finanzinstrument und vom Land ab. Früher konnten Trader Hebel von 1:100 oder höher nutzen. Heute haben Aufsichtsbehörden in einigen Ländern strengere Beschränkungen eingeführt, um Trader zu schützen. Ein höherer Hebel bedeutet, dass weniger Kapital eingesetzt werden muss und gleichzeitig höhere potenzielle Renditen möglich sind. Gleichzeitig erhöht sich jedoch auch das Risiko größerer Verluste. (Weitere Informationen findest du in den Abschnitten zu Margin und Hebel in diesem Leitfaden).

Zweitens erhalten Trader über eine einzige Plattform Zugang zu globalen Finanzmärkten. Heutzutage bieten CFD-Broker handelbare Instrumente aus allen wichtigen Märkten weltweit und ermöglichen über ihre Trading-Plattformen einen einfachen Zugang rund um die Uhr.

Drittens kannst du bei CFD-Brokern die meisten Ordertypen nutzen, die auch bei klassischen Brokern verfügbar sind. Dazu gehören Stop-Orders, Trailing-Stop-Orders und Limit-Orders sowie einige bedingte Orders wie „One Cancels the Other“ (OCO), die in der Regel kostenlos angeboten werden. Einige CFD-Broker bieten zudem garantierte Stop-Orders an, die jedoch meist mit einer kleinen Gebühr oder einem etwas größeren Spread verbunden sind. In den meisten Fällen zahlen CFD-Trader lediglich den Bid-Ask-Spread und gelegentlich eine Kommission (wie zuvor beschrieben). Wie eng oder weit ein Spread ist, hängt von der Volatilität des jeweiligen Instruments ab. Einige CFD-Broker bieten auch feste Spreads an, beispielsweise bei wichtigen oder einigen weniger stark gehandelten Währungspaaren.

Viertens, beim CFD-Trading gibt es keine Regeln zum Leerverkauf. In einigen Märkten gelten Vorschriften, die Leerverkäufe verbieten oder verlangen, dass Anleger den jeweiligen Vermögenswert zunächst leihen müssen, bevor sie ihn leerverkaufen können. Teilweise gelten auch unterschiedliche Margin-Anforderungen für Long- und Short-Trades. Bei derivativen Instrumenten wie CFDs können Trader hingegen jederzeit Short-Positionen eröffnen, ohne dafür Leihkosten zahlen zu müssen.

Fünftens, beim Handel mit CFDs gibt es außerdem keine speziellen Anforderungen für Daytrading. In einigen Märkten müssen Trader für Daytrading ein bestimmtes Mindestkapital auf ihrem Konto halten. In anderen Märkten gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl von Daytrades, die innerhalb eines bestimmten Kontotyps erlaubt sind. Solche Beschränkungen existieren im CFD-Markt nicht – Daytrading ist für alle Kontoinhaber möglich. CFD-Broker verlangen lediglich eine moderate Mindesteinzahlung, um ein Live-Trading-Konto zu eröffnen, die bei einem Standard-Konto meist zwischen 100 USD und 500 USD liegt.

Und schließlich steht eine Vielzahl an Märkten für den Handel zur Verfügung. Derzeit ermöglichen CFD-Broker Zugang zu handelbaren Anlageklassen wie Forex, Kryptowährungen, Rohstoffen, Aktienindizes, Aktien, ETFs, Futures, Optionen und Anleihen. Dadurch haben spekulative Trader eine große Auswahl an Möglichkeiten, CFDs zu handeln – als Alternative zu streng regulierten Börsenmärkten.

Welche Nachteile hat der CFD-Handel?

Erstens musst du beim CFD-Handel den Bid-Ask-Spread sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen einer Position zahlen. Dadurch wird das Potenzial, Gewinne aus kleinen Kursbewegungen zu erzielen, deutlich reduziert. Spread-Kosten verringern außerdem die Gewinne aus erfolgreichen Trades geringfügig im Vergleich zum zugrunde liegenden Vermögenswert und erhöhen gleichzeitig mögliche Verluste leicht.

Zweitens ist der CFD-Handel mit einem hohen Risiko verbunden, vor allem durch den Einsatz von Hebel. Dieser kann Gewinne vergrößern, aber ebenso Verluste erheblich verstärken.

Drittens ist die Regulierung von CFDs in wichtigen Finanzzentren wie dem Vereinigten Königreich, der EU und Australien zwar deutlich strenger geworden, dennoch bleibt die globale CFD-Branche fragmentiert. Die Vertrauenswürdigkeit eines CFD-Brokers hängt stark von seinen regulatorischen Lizenzen und seiner Liquidität ab. Der Handel mit einem Offshore- oder nicht regulierten Broker bietet nicht denselben staatlichen Schutz und die Aufsicht wie in großen Finanzmärkten, was dein Kapital gefährden kann. Darüber hinaus kann eine geringe Liquidität zu Slippage führen – also dazu, dass Trades zu einem schlechteren Preis ausgeführt werden als ursprünglich geplant. Daher ist es wichtig, vor der Eröffnung eines Live-Kontos die regulatorische Historie eines Brokers sowie seinen Ruf in Bezug auf finanzielle Stabilität sorgfältig zu prüfen.

Art des RisikosErklärung
GegenparteirisikoWenn du einen CFD kaufst oder verkaufst, wird lediglich der Vertrag gehandelt, den der CFD-Broker ausstellt. Dadurch bist du den Gegenparteien des CFD-Brokers ausgesetzt (einschließlich der Nutzer, mit denen der Broker Geschäfte tätigt). Es besteht das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Sollte der CFD-Anbieter seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen, verliert der Wert des CFD-Vertrags seine Bedeutung. Eine gründliche Recherche über den Broker, bei dem du ein Konto eröffnen möchtest, ist daher sehr empfehlenswert.
MarktrisikoIn der Praxis kann niemand Marktbewegungen zu 100 % korrekt vorhersagen. Unerwartete Veränderungen der Marktbedingungen, makroökonomischer Daten oder staatlicher Maßnahmen können zu schnellen Preisbewegungen führen. Aufgrund der Natur von Derivaten wie CFDs können bereits kleine Kursveränderungen große Auswirkungen auf die Rendite eines Traders haben. Entwickelt sich der Preis des zugrunde liegenden Vermögenswerts ungünstig, kann der CFD-Broker zusätzliche Margin-Zahlungen verlangen. Wenn du einen Margin Call nicht erfüllst, kann der CFD-Broker deine Position schließen oder du musst die Position mit Verlust verkaufen.
Risiko bei KundengeldernIn Ländern, in denen der CFD-Handel erlaubt ist, gibt es gesetzliche Vorschriften zum Schutz von Kundengeldern, um Trader vor möglichem betrügerischem Verhalten durch CFD-Broker zu schützen. Alle Gelder, die Nutzer an einen CFD-Broker überweisen, müssen vollständig getrennt von den Unternehmensgeldern aufbewahrt werden. Dadurch kann der CFD-Broker diese Gelder nicht für eigene Investitionen verwenden. Allerdings verbieten die Vorschriften nicht zwingend, dass Kundengelder in einem oder mehreren Sammelkonten zusammengeführt werden. Sobald ein CFD-Vertrag abgeschlossen wird, entnimmt der Broker eine anfängliche Margin aus diesem Sammelkonto und kann zusätzlich weitere Margin-Zahlungen verlangen. Beachte, dass der CFD-Broker berechtigt ist, Geld aus diesem Sammelkonto zu entnehmen, wenn einige der anderen Nutzer ihre Margin Calls nicht erfüllen. Dies kann sich potenziell auf die Rendite von Tradern auswirken. (Margin und Margin Calls erklären wir im nächsten Abschnitt dieses Leitfadens ausführlich.)
LiquiditätsrisikoDie Marktbedingungen beeinflussen eine große Anzahl finanzieller Transaktionen. Manchmal kann es vorkommen, dass für ein bestimmtes Instrument nicht genügend Trades im Markt stattfinden und dein bestehender CFD-Kontrakt dadurch illiquide wird. In einem solchen Fall kann dein CFD-Broker zusätzliche Margin-Zahlungen verlangen oder den Kontrakt zu ungünstigen Preisen schließen.
HebelrisikoMögliche Verluste werden ebenso wie Gewinne verstärkt. Klassische Stop-Loss-Orders, die bei den meisten CFD-Brokern verfügbar sind, garantieren keinen vollständigen Schutz vor Verlusten – insbesondere bei Marktschließungen oder plötzlichen Kursbewegungen. Einige Broker bieten zusätzliche Risikomanagement-Tools wie garantierte Stop-Loss-Orders an, die jedoch meist mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.
AusführungsrisikoDu solltest beachten, dass jederzeit negative Slippage auftreten kann (deine Position kann aufgrund von Latenzen oder anderen Faktoren zu einem schlechteren Preis geschlossen werden als erwartet). Seriöse CFD-Broker veröffentlichen in der Regel Statistiken zur Orderausführung.

Betrachten wir folgendes Beispiel. Die Aktien von Boeing Co haben einen Ask-Preis von 180,75 USD und du möchtest 50 Aktien kaufen. Die Gesamtkosten der Transaktion (zuzüglich Kommissionen und Gebühren) betragen 9.037,50 USD. Ein klassischer Broker verlangt in der Regel eine Margin von 50 %, also mindestens 4.518,75 USD als verfügbares Kapital. Ein CFD-Broker hingegen verlangt lediglich eine Margin von 5 %, also 451,88 USD. Beachte, dass ein Verlust bei einer CFD-Position der Größe des Spreads zum Zeitpunkt der Transaktion entspricht. Beträgt der Spread beispielsweise 0,10 USD, muss die Aktie zunächst um 0,10 USD steigen, damit die Position den Break-even-Punkt erreicht. Würdest du die Aktie direkt besitzen, würdest du einen Gewinn von 0,10 USD sehen, müsstest jedoch zusätzlich eine Kommission zahlen, was einen höheren Kapitaleinsatz erfordert.

Steigt die Aktie auf einen Bid-Preis von 182,00 USD und du nutzt ein klassisches Brokerkonto, beträgt dein Gewinn beim Verkauf der Aktie 62,50 USD bzw. 1,38 % (62,50 USD / 4.518,75 USD × 100 %). Wenn die Börse jedoch einen Bid-Preis von 182,00 USD erreicht, kann der CFD-Bid-Preis beispielsweise bei 181,75 USD liegen. Der Gewinn aus dem CFD-Trade fällt dann geringer aus, da du zum Bid-Preis aussteigen musst und der Spread im Vergleich zum traditionellen Markt größer ist. In diesem Fall erzielst du als CFD-Trader einen Gewinn von 50 USD bzw. 11,06 % (50 USD / 451,88 USD × 100 %). Beachte außerdem, dass der CFD-Broker verlangen kann, dass du zu einem höheren Ask-Preis kaufst, beispielsweise bei 181,00 USD. Dennoch stellt der Gewinn von 50 USD aus dem CFD-Trade einen Nettogewinn dar, während der Gewinn von 62,50 USD beim direkten Besitz der Aktie noch keine Kommissionen oder andere Gebühren berücksichtigt. Daher kann das Nettoergebnis beim CFD-Trading höher ausfallen.

Nun betrachten wir die Konzepte von Margin und Hebel genauer.

Was bedeutet der Begriff „Margin“?

Beim Handel mit CFDs auf Margin kannst du Hebel einsetzen, wenn du mit verschiedenen Finanzinstrumenten handelst (Indizes, Devisen, Kryptowährungen, Rohstoffe, Aktien, ETFs und weitere). Damit kannst du, größere Positionen im Markt eröffnen, obwohl du nur einen relativ kleinen Anfangsbetrag hinterlegst.

Wenn du CFDs auf Margin handelst, musst du lediglich einen bestimmten Prozentsatz des gesamten Handelswerts einzahlen, um eine Position zu eröffnen. Diese Einzahlung wird üblicherweise als „Margin-Anforderung“ bezeichnet.

Online-Broker verlangen in der Regel unterschiedliche Margin-Prozentsätze für verschiedene Finanzinstrumente. Grundsätzlich gilt: Je stärker der Preis eines Instruments schwankt, desto höher ist in der Regel die Margin-Anforderung des Brokers.

Der Margin-Prozentsatz zeigt an, wie viel Kapital du auf deinem Trading-Konto benötigst, um einen CFD-Trade mit einem bestimmten Hebel zu eröffnen. Wenn du beispielsweise ein Währungspaar mit einer Margin von 3,3 % handelst, musst du lediglich 3,3 % des gesamten Handelswerts auf deinem Konto haben, um den Trade zu platzieren. Eine Margin von 3,3 % entspricht einem maximalen Hebel von 1:30.

CFD Margin

Margin-Trading ermöglicht es dir, größere Beträge zu investieren, als du tatsächlich auf deinem Trading-Konto bei einem Online-Broker eingezahlt hast. Dafür leihst du dir Kapital vom Broker, um deine offenen Positionen im Markt mit Hebel zu handeln und so das Gewinnpotenzial zu erhöhen. Dabei ist wichtig zu beachten, dass beim CFD-Handel auf Margin sowohl Gewinne als auch Verluste auf dem gesamten Wert deiner Trading-Position basieren.

Margin-Trading mit Hebel kann deine Gewinne verstärken, aber ebenso deine Verluste erhöhen (wenn sich der Markt gegen deine Position bewegt). In diesem Zusammenhang kann Margin-Trading als zweischneidiges Schwert betrachtet werden, denn ein hoher Hebel in Kombination mit hoher Volatilität kann schnell zu erheblichen Verlusten führen, die sogar deine ursprüngliche Einzahlung übersteigen können (du könntest dem Broker Geld schulden). Das gilt insbesondere dann, wenn der Broker keine Risikomanagement-Tools wie einen Schutz vor negativem Kontostand anbietet. Broker mit Schutz vor negativem Kontostand gleichen Verluste aus, die über deine ursprüngliche Einzahlung hinausgehen, und setzen dein Kontoguthaben wieder auf null.

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Was bedeutet der Begriff „Hebel“?

Wenn wir im CFD-Handel von Hebel sprechen, meinen wir das Verhältnis zur Margin, das die Größe eines Trades bestimmt. Bei einem Hebel von 1:20 bedeutet das, dass die erforderliche Margin zur Eröffnung und Aufrechterhaltung einer Position ein Zwanzigstel des gesamten Transaktionswerts beträgt. Das bedeutet, dass du 1.000 USD bereitstellen musst, um einen Trade im Wert von 20.000 USD zu platzieren. Die Margin ist also der Prozentsatz des gesamten Trade-Werts, den du auf deinem Konto hinterlegen musst, um den Trade zu eröffnen. Wenn du einen Trade im Wert von 20.000 USD auf ein bestimmtes Finanzinstrument platzieren möchtest und der Hebel 1:20 beträgt, liegt die Margin-Anforderung deines Brokers bei 1.000 USD. Anders ausgedrückt entspricht ein Hebel von 1:20 einer Margin-Anforderung von 5 %.

Wie bereits erwähnt, kann Margin-Trading mit Hebel sowohl Gewinne als auch Verluste deutlich verstärken. Die Erfahrung zeigt, dass viele Trader ihr Margin-Guthaben in kurzer Zeit verlieren, weil sie einen zu hohen Hebel einsetzen. Wenn du Anfänger bist, empfiehlt es sich daher, CFDs mit einem niedrigeren Hebel zu handeln als dem maximal erlaubten Hebel für das jeweilige Instrument. Ein niedrigerer Hebel reduziert das Risiko, dass dein gesamtes Kontoguthaben durch mehrere falsche Markteinschätzungen schnell aufgebraucht wird.

Der Hebel lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen:

L = A / E,

wobei L für den Hebel steht, A für den Wert des Vermögenswerts und E für die Margin bzw. das Eigenkapital.

Es ist auch möglich, die Größe einer Trading-Position anhand der Margin und des Hebels zu berechnen. In diesem Fall lautet die Formel:

A = E x L.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich die verfügbaren Hebel je nach Erfahrung und Einstufung der Trader unterscheiden – etwa zwischen Privatanlegern und professionellen Tradern. Stark regulierte Online-Broker bieten Privatanlegern deutlich niedrigere Hebel an, beispielsweise 1:30 bei Forex-Paaren. Dazu sind Broker durch regulatorische Vorgaben und die Vorschriften der jeweiligen Länder verpflichtet, in denen sie tätig sind. Professionelle Trader haben dagegen Zugang zu deutlich höheren Hebeln über alle verfügbaren Anlageklassen hinweg, etwa 1:100, 1:500 (zum Beispiel in Australien und Neuseeland) oder sogar 1:1000 (etwa in Südafrika). Um als „professioneller Trader“ eingestuft zu werden, müssen jedoch strenge Kriterien erfüllt werden, darunter relevante Erfahrung im Finanzbereich, ein bestimmtes Mindestvermögen unter Verwaltung sowie eine festgelegte Anzahl größerer ausgeführter Trades.

Um den Schutz der Trader zu verbessern, haben Aufsichtsbehörden strenge Hebelbeschränkungen für den CFD-Handel eingeführt. In der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich gelten beispielsweise unter den Regeln von ESMA und FCA folgende maximalen Hebel für Privatanleger:

  • Bis zu 1:30 für wichtige Forex-Paare.
  • Bis zu 1:20 für andere Forex-Paare, Gold und wichtige Indizes.
  • Bis zu 1:10 für Rohstoffe außer Gold sowie für weniger bedeutende Indizes.
  • Bis zu 1:10 für Staatsanleihen.
  • Bis zu 1:5 für Aktien und ETFs.
  • Bis zu 1:2 für Kryptowährungen. Beachte, dass die FCA im Januar 2021 den Verkauf von Krypto-CFDs an Privatanleger mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich verboten hat.

Wenn es um Länder wie die Vereinigten Staaten geht, ist der CFD-Handel für Privatanleger seit der Verabschiedung des Dodd-Frank Act im Jahr 2011 verboten. Dennoch dürfen Privatanleger mit Wohnsitz in den USA Spot-Forex-Paare mit einem maximalen Hebel von 1:50 gemäß den Regeln der CFTC und NFA handeln. Im Gegensatz zu CFDs, die spekulativen Handel mit Hebel auf Aktien und Rohstoffe ermöglichen, müssen Trader in den USA in der Regel regulierte Futures-Börsen nutzen, um diese Anlageklassen mit Hebel zu handeln.

Betrachten wir nun ein Beispiel für den Einsatz von Hebel beim Handel mit Aktien-CFDs. Ein Trader mit Wohnsitz in der EU entscheidet sich, eine Position in Microsoft-Aktien mit einem Hebel von 1:5 zu eröffnen. Das entspricht einer anfänglichen Margin-Anforderung von 20 %. Mit einem Kontostand von 100.000 € kann der Trader eine Position im Wert von 500.000 € eröffnen und erhält damit ein Engagement in fünfmal so vielen Aktien, wie er ohne Hebel kaufen könnte.

Sobald der Trade eröffnet ist, muss der Trader jedoch auch eine Maintenance-Margin-Anforderung (Close-out-Level) von 50 % einhalten. Diese Regel schreibt vor, dass das gesamte Eigenkapital im Konto über 50 % der anfänglichen Margin liegen muss, die zur Eröffnung der Position verwendet wurde. Da die anfängliche Margin in diesem Beispiel 100.000 € beträgt, muss das Eigenkapital des Traders über 50.000 € bleiben. Führen Verluste auf der Microsoft-Position dazu, dass das Kontoeigenkapital unter diese Schwelle von 50.000 € fällt, ist der Broker gesetzlich verpflichtet, die Position automatisch zu schließen, um weitere Verluste zu verhindern.

Forex-Hebel-Rechner

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Anfangsmargin und Maintenance Margin

Die Anfangsmargin bezeichnet den Mindestbetrag an Kapital, den du hinterlegen musst, um einen Trade in einem bestimmten CFD-Produkt zu eröffnen. Abhängig von Gewinnen oder Verlusten aus dem Trade wird sich dein Kontostand entsprechend verändern. Wenn deine Trading-Position auf 80 % der ursprünglichen Margin sinkt, tritt ein Ereignis ein, das als „Margin Call“ bezeichnet wird. In diesem Fall wirst du aufgefordert, zusätzliches Kapital auf dein Konto einzuzahlen, bevor das Maintenance-Margin-Level erreicht wird. Fällt dein Konto unter das Maintenance-Margin-Level, wird deine Position automatisch geschlossen. Bei Brokern mit EU-Lizenz liegt das Maintenance-Margin-Level bei 50 % der Anfangsmargin.

Die Maintenance Margin kann als der niedrigste Kapitalbetrag verstanden werden, der auf deinem Trading-Konto vorhanden sein muss, damit eine gehebelte Position offen bleiben kann. Diese Anforderung dient dazu, sowohl Trader als auch Broker vor übermäßigen Verlusten zu schützen. Wenn du einen Trade platzierst, gehst du eine Vereinbarung mit einer Gegenpartei ein, die die andere Seite der Transaktion übernimmt. Beide Parteien müssen sicherstellen, dass sie ihren Teil der Vereinbarung erfüllen können und über ausreichend Kapital verfügen, um mögliche Verluste abzudecken.

Die Maintenance Margin stellt somit ein Close-out-Level dar und zeigt an, dass dein Kontoguthaben zu niedrig ist, um deine Position oder Positionen weiter offen zu halten. Du musst entweder zusätzliche Mittel auf dein Trading-Konto einzahlen, bevor dieses Niveau erreicht wird, oder einige deiner offenen Positionen schließen. Wird das Maintenance-Margin-Level erreicht, wird deine Position automatisch geschlossen.

Betrachten wir folgendes Beispiel. Du entscheidest dich, eine Long-Position im Währungspaar EUR/JPY zu eröffnen, weil du erwartest, dass der Euro gegenüber dem japanischen Yen an Wert gewinnt. Du platzierst einen Trade mit einem Gesamtpositionswert von 10.000 €, also dem Betrag an Währung, den du zu einem Kurs von 131,00 ¥ gekauft hast. Du musst jedoch nicht den gesamten Betrag von 10.000 € auf deinem Konto haben, um diesen Trade zu eröffnen. Stattdessen musst du lediglich 3,33 % dieses Betrags – also 333 € – hinterlegen, wie es von deinem Broker verlangt wird. Dies ist die Anfangsmargin, die für die Platzierung des Trades erforderlich ist. Solange du mindestens 333 € an freiem Eigenkapital auf deinem Konto hast, kannst du diese Position im Wert von 10.000 € eröffnen.

Dein Broker kann ein Margin-Call-Level von 80 % der erforderlichen Margin festlegen. In diesem Fall erhältst du eine Benachrichtigung, wenn dein Kontoeigenkapital auf 266,40 € fällt (80 % von 333 €). Zu diesem Zeitpunkt bleibt dein Trade noch aktiv, aber du wirst offiziell darauf hingewiesen, dass dein Sicherheitsabstand („Puffer“) kleiner wird. Es kann sein, dass du keine neuen Positionen eröffnen darfst, bis du zusätzliches Kapital einzahlst oder die bestehende Position schließt.

Das entscheidende Niveau ist jedoch die Maintenance Margin beziehungsweise das Margin-Close-out-Level, das in der EU gesetzlich auf 50 % der Anfangsmargin festgelegt ist. Wenn dein Kontoeigenkapital weiter sinkt und 166,50 € erreicht (50 % von 333 €), ist der Broker verpflichtet, deine Position automatisch zu schließen, um dich vor weiteren Verlusten zu schützen.

Nehmen wir an, du hast zum Zeitpunkt der Trade-Eröffnung 400 € auf deinem Konto, liegst jedoch aktuell mit 140 € im Verlust. Dadurch ist dein Kontostand auf 260 € gesunken, was unter dem Margin-Call-Level von 266,50 € (80 %) liegt. Du erhältst eine Benachrichtigung, dass du dein Kontoguthaben wieder auf mindestens 333 € erhöhen musst. Der Trade bleibt jedoch weiterhin aktiv, da das Maintenance-Margin-Level bei 166,50 € liegt (50 % × 333 €). Angenommen, EUR/JPY fällt weiter und dein Verlust steigt auf 235 €. Dadurch sinkt dein Kontostand auf 165 €, was nun auch unter dem Maintenance-Margin-Level liegt. In diesem Fall wird deine Position automatisch geschlossen.

Um einen Margin Call und anschließend das Erreichen der Maintenance Margin zu vermeiden, kannst du folgende Punkte berücksichtigen:

  1. Halte dein Hebel-Exposure auf einem angemessenen Niveau, indem du die Größe deiner Position genau beobachtest. Wenn du eine sehr große Position im Verhältnis zu deinem Kontostand eröffnest, kann bereits eine kleine Kursbewegung zu einer großen prozentualen Veränderung deines Kontowerts führen.
  2. Stelle außerdem sicher, dass sich auf deinem Trading-Konto stets mehr Kapital befindet als die vom Broker geforderte Margin. Wenn beispielsweise für einen bestimmten Trade eine Margin von 200 USD erforderlich ist, kann es sinnvoll sein, mindestens das Dreifache (oder mehr) dieses Betrags auf dem Konto zu haben, um die Wahrscheinlichkeit eines Margin Calls zu verringern.

Kauf auf Margin vs. Kauf mit Bargeld

Die wichtigsten Unterschiede zwischen einem Kauf auf Margin und einem Kauf über ein Cash-Konto lassen sich wie folgt darstellen:

Kauf auf MarginKauf über ein Cash-Konto
Du musst beim Platzieren eines Trades nur einen Teil des gesamten Transaktionswerts auf deinem Konto hinterlegen.Du musst beim Platzieren eines Trades den gesamten Transaktionswert auf deinem Konto bereitstellen.
Gewinne und Verluste können verstärkt werden. Sie entsprechen der Kursbewegung der jeweiligen Anlageklasse multipliziert mit dem Hebel.Gewinne und Verluste werden nicht verstärkt. Sie basieren ausschließlich auf der Kursbewegung der jeweiligen Anlageklasse.
Die erforderlichen Margin-Sätze unterscheiden sich je nach Anlageklasse.Margin-Sätze spielen keine Rolle, da du die gesamte Transaktion selbst finanzierst.
Der Betrag, den du hebelst, ist mit Finanzierungskosten bzw. Übernachtkosten verbunden.Es fallen keine Finanzierungskosten an.
Du kannst in einem Margin-Konto sowohl Long- als auch Short-Trades platzieren.Für Short-Trades benötigst du ein Margin-Konto.

Gehebelte Produkte wie CFDs oder Spread Betting sind mit Finanzierungskosten verbunden. Das bedeutet: Wenn du eine gehebelte Position über Nacht offen hältst, entstehen Übernachtkosten. Am Ende jedes Handelstags, um 17:00 Uhr New Yorker Zeit, werden alle CFD-Positionen in deinem Trading-Konto mit einer sogenannten „Holding-Gebühr“ belastet. Übernachtgebühren hängen in der Regel von der Anlageklasse und der Richtung des Trades (Long- oder Short-Position) ab und können entweder positiv sein (du erhältst Zinsen für das Halten der Position über Nacht) oder negativ (du zahlst eine Gebühr).

Die Übernachtkosten basieren üblicherweise auf dem jeweiligen Interbankensatz zuzüglich eines kleinen Aufschlags. Interbankensätze unterscheiden sich je nach Land, weshalb auch die Übernachtkosten je nach Heimatwährung des jeweiligen Vermögenswerts variieren. Bei US-Aktien beispielsweise basieren die Übernachtgebühren auf dem US-Interbankensatz.

Betrachten wir nun ein Beispiel, um den Unterschied zwischen dem Kauf auf Margin und dem Kauf mit Bargeld besser zu verstehen. Du möchtest 100 Aktien der Ford Motor Company kaufen, die aktuell bei 27 USD gehandelt werden. Der Gesamtwert der Transaktion beträgt 2.700 USD. Ein Margin-Trader muss jedoch nur 20 % dieses Betrags auf seinem Trading-Konto hinterlegen, also 540 USD. Angenommen, der Kurs der Ford-Aktie steigt auf 32 USD und du entscheidest dich zu verkaufen. Dein Gewinn beträgt dann 3.200 USD − 2.700 USD = 500 USD. Dieser Gewinn von 500 USD basiert auf einer eingesetzten Margin von 540 USD, die für den Trade erforderlich war. Das entspricht einer Rendite von 500 USD / 540 USD × 100 % = 92,6 %. Hättest du stattdessen ein Cash-Konto mit 540 USD genutzt, hättest du nur 20 Aktien statt 100 kaufen können. In diesem Fall hätte dein Gewinn 20 Aktien × 5 USD Gewinn = 100 USD betragen, also 18,5 %.

CFD-Handel vs. Aktienhandel

CFD-HandelAktienhandel
Long- und Short-PositionenTrader können sowohl von Long- als auch von Short-Positionen profitieren.Trader können nur profitieren, wenn der Kurs steigt (nur durch Long-Trades).
Handelszeiten24 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche.Nur während der Handelszeiten der jeweiligen Börse.
KostenSpreads, Kommissionen und Übernachtfinanzierung.Nur Kommissionen.
Besitzen Trader den zugrunde liegenden Vermögenswert?Nein.Ja.
DividendenFür Dividenden erfolgt eine Barausgleichsbuchung.Ja, sofern das jeweilige Unternehmen eine Dividende ausschüttet.
HebelGehebelte Positionen sind möglich, jedoch variieren die Margin-Anforderungen je nach Regulierung des Brokers und der jeweiligen Anlageklasse. Der maximale Hebel für Privatanleger im Vereinigten Königreich und in der EU ist auf 1:30 begrenzt (entspricht einer Margin-Anforderung von 3,33 %).Trader können keine gehebelten Positionen eröffnen.
MarktauswahlEine große Auswahl an handelbaren Instrumenten aus verschiedenen Anlageklassen wie Forex, Rohstoffe, Aktien, Aktienindizes, Kryptowährungen, Futures, Optionen, ETFs, Anleihen usw.Nur Aktien und ETFs.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem Handel mit Aktien und dem Handel mit CFDs auf Aktien bekannter Unternehmen ist der Besitz. Wenn du Aktien handelst, fügst du deinem Portfolio tatsächliche Unternehmensanteile hinzu, die dir Dividenden und Stimmrechte geben. Beim CFD-Handel besitzt du den zugrunde liegenden Vermögenswert hingegen nicht und profitierst ausschließlich von Preisbewegungen.

Eine einfache CFD-Trading-Strategie auf Basis von Slow Stochastic und Relative Strength Index

Zum Schluss stellen wir eine einfache und leicht verständliche Trading-Strategie vor, die vollständig auf technischer Analyse basiert. Schauen wir uns dazu den 1-Stunden-Chart von AUD/USD an und verwenden:

  1. Der Slow-Stochastic-Oszillator mit folgenden Einstellungen:

    • Zeitperioden von 5, 3, 3
    • Überverkauft-Niveau von 25.00
    • Überkauft-Niveau von 75.00
  2. Der Relative Strength Index (RSI) wird wie folgt eingestellt:

    • Zeitperiode von 7.
    • Überverkauft-Niveau von 25,00.
    • Überkauft-Niveau von 75,00.

Wir achten außerdem auf bestimmte Candlestick-Formationen.

Um eine Long-Position zu eröffnen, solltest du auf folgende Bedingungen achten:

  1. Der Slow-Stochastic-Oszillator und der Relative Strength Index liegen beide unter ihrem mittleren Niveau und nahe ihren überverkauften Bereichen.
  2. Es bildet sich eine bullische Kerze (grün), deren Schlusskurs auf dem Mittelpunkt der vorherigen bärischen Kerze (rot) liegt.

Um eine Short-Position zu eröffnen, solltest du auf folgende Bedingungen achten:

  1. Der Slow-Stochastic-Oszillator und der Relative Strength Index liegen beide über ihrem mittleren Niveau und nahe ihren überkauften Bereichen.
  2. Es bildet sich eine bärische Kerze, deren Schlusskurs auf dem Mittelpunkt der vorherigen bullischen Kerze liegt.

Um deine Short-Position zu schließen, solltest du auf Folgendes achten:

  1. Der Slow-Stochastic-Oszillator und der Relative Strength Index befinden sich beide in ihren überverkauften Bereichen.
  2. Es bildet sich eine bullische Kerze, deren Schlusskurs auf dem Mittelpunkt der vorherigen bärischen Kerze liegt.

Du kannst das entgegengesetzte Szenario nutzen, um deine Long-Position zu schließen.

CFD-Strategie

Fazit

CFDs stellen eine Alternative zu klassischen Finanzmärkten. Mit diesen komplexen Instrumenten lassen sich trotz des hohen Risikos Gewinne erzielen. Du solltest jedoch beachten, dass CFDs neben ihren Vorteilen (geringere Margin-Anforderungen; leichterer Zugang zu den Finanzmärkten; niedrige oder keine Gebühren; keine Regeln für Short-Positionen und keine Day-Trading-Regeln) auch bestimmte Nachteile haben (ein hoher Hebel verstärkt nicht nur potenzielle Gewinne, sondern auch Verluste; der Bid-Ask-Spread beim Öffnen und Schließen von Trades kann kostenintensiv sein, wenn keine größere Kursbewegung erfolgt).

Um dein Risiko besser zu kontrollieren, solltest du daher auf deinen Hebel achten, sicherstellen, dass sich ausreichend Kapital auf deinem Konto befindet, um die Margin-Anforderungen des CFD-Brokers zu erfüllen, und pro Trade nicht mehr als 1 % – 2 % deines gesamten Kontoguthabens riskieren. Außerdem solltest du immer alle verfügbaren Tools für das Risikomanagement nutzen, die dir dein Broker bereitstellt, darunter Stop-Loss-Orders, Trailing-Stops, garantierte Stops usw.

Geschrieben von R. Perry | Übersetzt von Marcus Jungnickel